Von Shopware 5 auf 6 migrieren: Ablauf, Kosten und Stolperfallen
von Marcel, Senior-Softwareentwickler
Eine Migration von Shopware 5 auf Shopware 6 ist kein Update, das man mal eben durchklickt – es ist ein Neuaufbau deines Shops auf einer modernen technischen Basis, und genau deshalb muss er sauber geplant werden. Bei uns startet eine solche Migration ab 3.900 €. Der wichtigste Grund, jetzt zu handeln: Shopware 5 hat seit Ende Juli 2024 keinen offiziellen Support und keine Sicherheitsupdates mehr – jeder Monat auf der alten Version ist damit ein wachsendes Sicherheitsrisiko. In diesem Artikel bekommst du den kompletten Ablauf, die realistischen Kosten und die Stolperfallen, die dich sonst deine Google-Rankings kosten.
Warum du bei Shopware 5 auf 6 nicht mehr warten solltest
Das Thema „Shopware 5 Support Ende“ ist keine ferne Drohung mehr, sondern längst Realität. Shopware hat die Weiterentwicklung von Shopware 5 zum Ende Juli 2024 eingestellt. Seitdem gilt:
- Keine Sicherheitsupdates mehr. Neu entdeckte Lücken werden vom Hersteller nicht mehr geschlossen. Bei einem Shop, der Kundendaten und Zahlungsinformationen verarbeitet, ist das nicht nur ein technisches, sondern schnell auch ein rechtliches Problem (Stichwort DSGVO).
- Keine Bugfixes, kein offizieller Support. Läuft etwas schief, bist du auf dich allein gestellt. Es gibt kein Zurück zum Hersteller mehr.
- Plugin-Hersteller ziehen sich zurück. Immer mehr Anbieter stellen ihre Shopware-5-Erweiterungen ein. Was heute noch funktioniert, bekommt morgen keine Updates mehr – und irgendwann bricht eine Zahlungs- oder Versandanbindung einfach weg.
- Deine Umgebung altert mit. Shopware 5 setzt auf veraltete PHP-Versionen. Sobald dein Hoster diese abschaltet, läuft dein Shop im schlimmsten Fall gar nicht mehr.
Es gibt zwar kommerzielle Drittanbieter, die für Shopware 5 noch verlängerte Sicherheitsupdates verkaufen. Das ist aber bestenfalls eine Brücke, kein Ziel – du zahlst dafür, ein totes System künstlich am Leben zu halten, statt in eine Basis zu investieren, die dich die nächsten Jahre trägt. Wer jetzt migriert, tut das in Ruhe und geplant. Wer wartet, tut es irgendwann unter Druck, weil etwas kaputtgegangen ist.
Was sich zwischen Shopware 5 und 6 grundlegend ändert
Der häufigste Denkfehler: „Von 5 auf 6, das ist doch nur eine Nummer weiter.“ In Wahrheit sind das zwei völlig verschiedene Systeme. Shopware 6 wurde von Grund auf neu gebaut. Das solltest du verstehen, bevor du die Kosten einschätzt:
- Neue Architektur. Shopware 6 basiert auf dem Symfony-Framework und einer API-first-Struktur. Das Frontend (die „Storefront“) und das Backend sind sauber getrennt. Das macht den Shop schneller, flexibler und zukunftssicher – aber eben auch grundlegend anders aufgebaut.
- Plugins sind nicht kompatibel. Kein einziges Shopware-5-Plugin läuft in Shopware 6. Für jede Erweiterung, die du heute nutzt, brauchst du entweder das passende Shopware-6-Pendant oder eine individuelle Neuentwicklung. Das ist einer der größten Kostentreiber – und der Punkt, an dem viele Angebote auseinandergehen.
- Das Theme muss neu. Shopware 6 nutzt mit Twig und Bootstrap eine andere Template-Technik als Shopware 5 mit Smarty. Dein altes Design lässt sich nicht übertragen, es wird auf der neuen Basis nachgebaut oder gleich neu gedacht.
- Andere Datenstruktur. Produkte, Kategorien, Kunden und Bestellungen liegen in Shopware 6 anders in der Datenbank. Deshalb ist die Datenübernahme eine echte Migration mit Zuordnung (Mapping) – kein simpler Export/Import.
Kurz: Du ziehst nicht um, du baust neu – mit deinen Daten und deinem Wissen als Fundament. Das klingt nach viel, ist aber auch eine Chance, alten Ballast loszuwerden. Genau das ist übrigens dieselbe Logik, die hinter jeder größeren Ablösung steckt; wir haben das Prinzip im Artikel zum Ablösen von Legacy-Software ausführlicher beschrieben.
So läuft eine saubere Migration Schritt für Schritt
Eine Shopware-6-Migration nach Gefühl endet fast immer im Chaos. In unseren Projekten gehen wir deshalb in klaren Etappen vor. So sieht der Ablauf aus:
1. Analyse und Bestandsaufnahme
Zuerst schauen wir uns an, was du wirklich hast: Wie viele Produkte, Varianten und Kategorien? Welche Plugins sind im Einsatz – und welche davon brauchst du überhaupt noch? Welche Schnittstellen hängen dran (Warenwirtschaft, Versand, Zahlung, Buchhaltung)? Und welche Seiten bringen dir aktuell Traffic und Umsatz? Diese Analyse entscheidet über den gesamten Aufwand. Ein Shop mit 300 Produkten und drei Standard-Plugins ist eine andere Welt als ein B2B-Shop mit 20.000 Artikeln und ERP-Anbindung.
2. Testmigration in einer geschützten Umgebung
Nichts geht direkt live. Wir bauen Shopware 6 parallel auf einer separaten Umgebung auf und spielen dort eine erste Testmigration deiner Daten ein. So sehen alle Beteiligten früh, wie der neue Shop aussieht und wo es hakt – ohne dass dein laufender Shop davon berührt wird.
3. Plugins und Funktionen neu aufsetzen
Jetzt geht es an die Funktionen. Für jedes benötigte Plugin klären wir: Gibt es ein passendes Shopware-6-Plugin, ersetzt eine Bordfunktion das alte Feature, oder müssen wir eine individuelle Erweiterung bauen? Hier trennt sich die Spreu vom Weizen – denn oft schleppen Shops seit Jahren Plugins mit, die niemand mehr braucht. Die lassen wir einfach weg.
4. Theme und Design
Dein Design wird auf der neuen Storefront-Technik umgesetzt. Du kannst dein bestehendes Erscheinungsbild möglichst nah nachbauen lassen oder den Umstieg gleich für einen frischen, schnelleren Auftritt nutzen. Wichtig ist, dass die Seiten mit den wichtigsten URLs erhalten bleiben – dazu gleich mehr.
5. Datenmigration mit Abgleich
Erst wenn die Basis steht, migrieren wir die echten Daten sauber: Produkte, Kunden, Bestellhistorie, Preise. Danach wird abgeglichen statt gehofft – stimmen Artikelzahlen, Kundenanzahl und Summen vorher und nachher überein? Erst wenn die Zahlen passen, ist dieser Schritt durch.
6. SEO-Umzug mit Weiterleitungen
Das ist der Schritt, den die meisten unterschätzen – und der über deinen Umsatz nach dem Go-Live entscheidet. Shopware 6 erzeugt teils andere URL-Strukturen als Shopware 5. Für jede alte URL, die Rankings oder Backlinks hat, brauchst du eine 301-Weiterleitung auf die passende neue Adresse. Wir erstellen dafür ein vollständiges Redirect-Mapping, damit weder Google noch deine Kunden ins Leere laufen.
7. Go-Live und Nachkontrolle
Zum Schluss schalten wir den neuen Shop live – idealerweise zu einem umsatzschwachen Zeitpunkt. Danach ist nicht Schluss: Wir prüfen Bestellprozess, Zahlungsarten, Weiterleitungen und die Indexierung bei Google in den ersten Tagen engmaschig, um Auffälligkeiten sofort abzufangen.
Top tip
Zieh die alte Sitemap deines Shopware-5-Shops und exportiere alle indexierten URLs aus der Google Search Console, bevor du migrierst. Diese Liste ist dein Sicherheitsnetz für das Redirect-Mapping – ohne sie merkst du erst Wochen später über sinkende Zugriffe, dass wichtige Seiten ins Leere laufen. Fünf Minuten Vorbereitung, die dir tausende Euro Umsatz retten können.
Was mit deinen Google-Rankings passiert – und wie du sie schützt
Die berechtigtste Angst bei jeder Shop-Migration: „Verliere ich meine Rankings?“ Die ehrliche Antwort: Bei einer schlecht gemachten Migration ja, bei einer sauberen nein. Google verliert deine Positionen nicht, weil du das System wechselst – sondern weil URLs verschwinden, Ladezeiten explodieren oder Inhalte wegfallen.
Diese drei Hebel schützen deine Sichtbarkeit:
- Lückenlose 301-Weiterleitungen. Jede alte URL zeigt per dauerhafter Weiterleitung auf ihr neues Ziel. So vererbt sich die aufgebaute „Autorität“ einer Seite auf die neue Adresse.
- Inhalte und Meta-Daten mitnehmen. Produkttexte, Kategorietexte, Title-Tags und Meta-Descriptions gehören mit übertragen. Wer bei der Migration halbe Beschreibungen verliert, verliert auch Rankings.
- Technik nutzen, nicht verschenken. Shopware 6 ist von Haus aus schneller als Shopware 5. Eine gute Migration nutzt das für bessere Core Web Vitals – ein Rankingfaktor, den du geschenkt bekommst, wenn du es richtig machst.
Ein kurzer, kontrollierter „Dip“ direkt nach dem Go-Live ist normal – Google muss den neuen Shop erst neu crawlen. Nach zwei bis vier Wochen sollten sich die Positionen erholt haben. Wie du Shopware darüber hinaus für Suchmaschinen fit machst, haben wir im Detail im Artikel zu Shopware SEO beschrieben.
Typische Stolperfallen bei der Shopware-6-Migration
Diese Fehler sehen wir in der Praxis immer wieder – und jeder davon kostet unnötig Geld oder Umsatz:
- Kein Redirect-Konzept. Der Klassiker. Der neue Shop ist schön, aber die Hälfte der alten URLs führt auf eine 404-Seite. Rankings weg, Werbe-Links tot.
- Alles 1:1 nachbauen wollen. Die Migration ist die perfekte Gelegenheit, ungenutzte Plugins und verschachtelte Prozesse loszuwerden. Wer stur alles überträgt, zahlt für Ballast.
- Schnittstellen unterschätzen. Warenwirtschaft, Versanddienstleister und Zahlungsanbieter hängen oft tiefer im System, als man denkt. Diese Abhängigkeiten gehören ganz früh auf den Tisch, nicht erst beim Go-Live.
- Zu wenig testen. Wer den Bestellprozess nicht mit echten Testkäufen über alle Zahlungsarten prüft, merkt erst am ersten echten Kunden, dass die Zahlung hakt.
- Ohne Puffer live gehen. Ein Go-Live am Freitagnachmittag vor dem Wochenende ist eine Einladung für Ärger. Plane den Umschalttermin mit Zeit für Nachkontrolle.
Wie lange dauert eine Migration wirklich?
Das hängt stark von Größe und Komplexität ab, aber als Orientierung: Ein überschaubarer Shop mit Standard-Funktionen und sauberen Daten ist realistisch in vier bis acht Wochen migriert. Kommen viele individuelle Plugins, tiefe ERP-Integrationen oder ein aufwendiges Custom-Design dazu, solltest du eher mit drei bis sechs Monaten rechnen. Der größte Zeitfresser ist fast nie die Datenübernahme selbst, sondern das Nachbauen der Funktionen, die es in Shopware 6 nicht 1:1 gibt. Genau deshalb steht bei uns die Analyse ganz am Anfang – damit du eine belastbare Zahl bekommst und keine böse Überraschung.
Migration oder gleich komplett neu bauen?
Eine Frage, die uns fast jeder stellt: „Lohnt sich die Migration überhaupt, oder baue ich besser gleich neu?“ Die Antwort hängt vom Zustand deines aktuellen Shops ab.
Für eine echte Migration spricht, wenn dein Shopware-5-Shop im Kern gut funktioniert, du zufrieden mit Struktur und Sortiment bist und vor allem viel Bestellhistorie, Kundendaten und aufgebaute Rankings mitnehmen willst. Dann ist der Umzug der richtige, günstigere Weg.
Für einen Neustart spricht, wenn dein Shop über die Jahre organisch gewachsen und unübersichtlich geworden ist, viele Plugins niemand mehr durchblickt oder das Design ohnehin in die Jahre gekommen ist. Dann ist es oft klüger, die Daten sauber zu übernehmen, aber Aufbau und Funktionen frisch zu denken.
In der Praxis ist die Wahrheit meist eine Mischung: Wir übernehmen, was wertvoll ist (Daten, URLs, bewährte Prozesse) und lassen bewusst weg, was nur Ballast war. Genau das klären wir in der Analyse zu Beginn – ehrlich, damit du nicht für Dinge zahlst, die dir nichts bringen.
Was kostet die Migration auf Shopware 6?
Konkrete Zahlen statt „kommt drauf an“ – so bewegen sich unsere Preise:
- Migration ab 3.900 € – für einen sauberen Umzug auf Shopware 6 mit Datenübernahme, Redirect-Konzept und funktionierendem Standard-Shop.
- Shop-Ausbau ab 11.900 € – wenn du die Migration gleich für individuelle Funktionen, eigene Plugins, ein maßgeschneidertes Design oder tiefe Schnittstellen nutzen willst.
- Laufende Betreuung ab 199 € / Monat – für Updates, Sicherheit, Monitoring und einen Ansprechpartner, damit dir das End-of-Life-Thema nie wieder passiert.
Diese Zahlen sind ehrliche Startpunkte, keine Mondpreise mit Sternchen. Was dein Projekt konkret kostet, hängt von deinem Sortiment, deinen Plugins und deinen Schnittstellen ab – deshalb bekommst du von uns immer erst eine echte Einschätzung, bevor du dich entscheidest. Eine Übersicht über unsere Pakete findest du auf unserer Preisseite, und was hinter unserer Shopware-Entwicklung steckt, kannst du dort im Detail nachlesen.
Fazit: Aus der Pflicht eine Chance machen
Shopware 5 ist am Ende seines Lebenszyklus – das ist keine Frage des Ob, sondern des Wann du migrierst. Die gute Nachricht: Eine saubere Migration auf Shopware 6 ist kein notwendiges Übel, sondern die Chance auf einen schnelleren, sichereren und zukunftsfähigen Shop, der dir wieder gehört und mitwächst. Entscheidend ist, dass Analyse, Daten und vor allem der SEO-Umzug mit Weiterleitungen stimmen – dann behältst du deine Rankings und gewinnst technisch dazu.
Du stehst noch auf Shopware 5 und fragst dich, was der Umstieg für dich bedeutet? Lass uns in einem kostenlosen Erstgespräch gemeinsam auf deinen Shop schauen – wir sagen dir ehrlich, wie aufwendig deine Migration wirklich wird, was sie kostet und wie wir deine Sichtbarkeit dabei schützen. Unverbindlich, auf Augenhöhe und ohne Verkaufsdruck.