Android App entwickeln lassen: Kosten & Ablauf

8 Min. Lesezeit

von Marcel, Senior-Softwareentwickler

Du willst eine Android-App entwickeln lassen und fragst dich, mit welchen Kosten du rechnen musst – und ob eine reine Android-App überhaupt der richtige Weg ist? Genau das klären wir hier: von der ehrlichen Preisspanne über die Frage nativ oder plattformübergreifend bis zum Weg in den Google Play Store. Und wir gehen auf das ein, was Android von iOS unterscheidet: die riesige Gerätevielfalt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten: Eine MVP-App startet ab 7.900 €, eine Business-App (meist Android + iOS) ab 14.900 €.
  • Store: Das Google-Play-Entwicklerkonto kostet einmalig 25 $ – nicht jährlich wie bei Apple.
  • Wartung: Laufende Pflege für neue Android-Versionen ab 149 €/Monat.
  • Entscheidend: Kunden-App → meist beide Plattformen; interne oder Geräte-App → oft reines Android.
  • Mehr dazu: Wie sich die Kosten zusammensetzen, liest du unter App entwickeln lassen: Kosten.

Kurz gesagt: Was kostet eine Android-App?

Eine Android-App entwickeln zu lassen kostet als schlanke MVP-Version ab rund 7.900 € und als vollwertige Business-App (in der Regel gleich für Android und iOS) ab 14.900 €. Dazu kommt ein einmaliges Google-Play-Entwicklerkonto für 25 $ sowie laufende Wartung ab 149 €/Monat. Der genaue Preis hängt an drei Dingen: Funktionsumfang, ob ein eigenes Backend nötig ist und ob es bei Android bleibt oder iOS dazukommt.

Das ist die schnelle Antwort. Jetzt schauen wir uns an, wann sich eine reine Android-App wirklich lohnt – denn das ist keineswegs immer der Fall.

Wann eine reine Android-App sinnvoll ist

Für die meisten Verbraucher-Apps raten wir, iOS und Android zusammen zu denken – sonst schließt du einen großen Teil deiner potenziellen Nutzer aus. Weltweit läuft zwar rund jedes zweite bis dritte Smartphone auf Android (gut 70 % Marktanteil), in Deutschland ist das Verhältnis mit etwa 60 % Android zu 40 % iOS aber deutlich ausgeglichener. Wer hierzulande nur Android bedient, verzichtet auf einen erheblichen Teil des Marktes – oft gerade auf die zahlungskräftigere Zielgruppe.

Android-Anteil bei Smartphones weltweit
~70 %
Android-Anteil in Deutschland
~60 %
einmalig fürs Google-Play-Entwicklerkonto
25 $

Es gibt aber klare Szenarien, in denen eine reine Android-App genau die richtige Entscheidung ist:

  • B2B-Geräteflotten: Wenn du deine Mitarbeiter mit Firmengeräten ausstattest, bestimmst du selbst das Betriebssystem. Handscanner, Tablets für den Außendienst, Geräte in der Logistik oder Produktion – das läuft in der Praxis fast immer auf Android, weil die Hardware günstiger und offener ist. Für eine solche interne App wäre iOS rausgeworfenes Geld.
  • Kiosk- und Terminal-Anwendungen: Digitale Bestellterminals, Info-Displays, Selbstbedienungs-Kassen oder Anmelde-Tablets im Wartebereich basieren meist auf Android. Der sogenannte Kiosk-Modus sperrt das Gerät auf genau eine App – ideal für öffentlich zugängliche Terminals.
  • Spezial-Hardware: Zahllose Industrie- und Handelsgeräte – vom robusten Handterminal bis zur mobilen Kasse – gibt es ausschließlich mit Android. Die App muss dann nur dort laufen.
  • App außerhalb des Stores: Android erlaubt die Installation per Datei (APK) direkt aufs Gerät, ohne den Play Store. Für rein interne Firmen-Apps, die gar nicht öffentlich sein sollen, ist das ein echter Vorteil gegenüber Apples geschlossenem Ökosystem.

Merke dir die Faustregel: Verbraucher-App → meist beide Plattformen. Interne oder gerätegebundene App → oft reines Android. Wenn du wissen willst, wie sich die Kosten grundsätzlich zusammensetzen, haben wir das im Artikel App entwickeln lassen: Womit du bei den Kosten rechnen musst aufgeschlüsselt.

Nativ oder Cross-Platform bei Android?

Das ist die wichtigste Technik-Weichenstellung. Bei Android hast du zwei Wege:

  • Nativ heißt: Du baust die App mit Androids eigenen Werkzeugen – heute Kotlin mit Jetpack Compose. Beste Performance, sofortiger Zugriff auf jede neue Android-Funktion, tiefe Hardware-Integration.
  • Cross-Platform heißt: Eine Codebasis (z. B. mit React Native oder Flutter) läuft auf Android und iOS zugleich.

Und jetzt ehrlich: Bei Android empfehlen wir überraschend oft Cross-Platform – selbst wenn du heute nur Android brauchst. Das klingt zunächst widersprüchlich, hat aber gute Gründe.

Erstens: Die meisten Geschäfts-Apps – Buchung, Bestellung, Kundenportal, Service-Tool – nutzen die native Performance schlicht nicht aus. Der Nutzer merkt keinen Unterschied. Zweitens hältst du dir mit Cross-Platform die Tür zu iOS offen. Läuft deine Android-App gut und du willst später doch iPhone-Nutzer bedienen, ist das mit einer geteilten Codebasis ein überschaubarer Schritt statt eines zweiten Vollprojekts. Drittens gehen moderne Frameworks mit Androids Gerätevielfalt sehr solide um.

Nativ mit Kotlin ist trotzdem die richtige Wahl, wenn es hart auf hart kommt: tiefe Hardware-Integration (Scanner, NFC-lastige Kassen, spezielle Sensorik), aufwendige Hintergrunddienste, Kiosk-Anwendungen mit Spezialgeräten oder brandneue Android-Features, die im Framework noch nicht abgebildet sind. Genau die Fälle, die bei den B2B- und Terminal-Szenarien oben eine Rolle spielen.

Top tip

Frag dich vor der Technik-Entscheidung nicht „Android oder iOS?“, sondern „Ist das eine Geräte-App oder eine Menschen-App?“. Läuft sie auf deinen Geräten (Flotte, Kiosk, Handscanner), ist reines Android – oft nativ – richtig. Zielt sie auf fremde Smartphones deiner Kunden, plane von Anfang an beide Plattformen ein, üblicherweise Cross-Platform. Diese eine Frage spart dir später die teuerste aller Korrekturen.

Die ganze Abwägung mit Kosten, Wartung und Time-to-Market haben wir im Detail in Native App oder Cross-Platform – was lohnt sich wirklich? durchgespielt. Und wenn du iOS statt Android im Blick hast, lohnt der Vergleich mit iOS App entwickeln lassen – dort ist die Ausgangslage eine andere.

Was eine Android-App kostet

Reden wir Klartext über Zahlen. Die Preise unten sind unsere fairen Richtwerte – die genaue Summe legen wir erst nach einem gemeinsamen Konzept fest, damit du vorher weißt, woran du bist.

PaketPreisWofür
MVP-Appab 7.900 €Eine Kernfunktion, sauber umgesetzt, im Play Store – für echtes Nutzerfeedback
Business-App (Android + iOS)ab 14.900 €Vollwertige App mit Login, Push und robustem Backend, meist gleich für beide Plattformen
Wartung & Ausbauab 149 €/MonatUpdates für neue Android-Versionen, Fehlerbehebung, kleinere Anpassungen
Google-Play-Entwicklerkonto25 $ einmaligPflichtvoraussetzung, um überhaupt im Play Store zu veröffentlichen

Ein charmantes Detail für Android: Das Entwicklerkonto bei Google kostet einmalig 25 $ – und nicht, wie bei Apple, 99 $ pro Jahr. Über die Lebensdauer einer App summiert sich das. Für eine reine Android-App fallen die laufenden Store-Kosten also spürbar niedriger aus.

Den größten Kostenhebel bildet aber nicht der Store, sondern das Backend – das unsichtbare Rückgrat der App. Sobald Nutzer sich anmelden, Daten synchronisiert oder Push-Nachrichten verschickt werden, braucht es einen Server dahinter. Wir denken dieses Fundament, bei uns meist auf Laravel-Basis, von Anfang an mit, damit App und Server sauber zusammenspielen. Eine reine Anzeige-App ohne Nutzerkonten kommt ohne aus – die meisten Business-Apps nicht.

Android-Spezifika: die Gerätevielfalt im Griff

Hier liegt der größte praktische Unterschied zu iOS – und der Grund, warum Android-Entwicklung ihren eigenen Aufwand hat. Apple baut eine überschaubare Zahl von iPhones. Android läuft dagegen auf zehntausenden Gerätemodellen unzähliger Hersteller, mit verschiedensten Bildschirmgrößen, Auflösungen, Chips und Herstelleroberflächen (Samsung One UI, Xiaomi, Google Pixel und so weiter). Fachleute nennen das Fragmentierung.

Für dein Projekt bedeutet das konkret:

  • Bildschirme: Vom kleinen Budget-Handy über große Phablets bis zum Tablet und faltbaren Geräten – das Layout muss überall funktionieren. Das kostet in Design und Test etwas mehr Sorgfalt.
  • Android-Versionen: Anders als bei iOS aktualisieren viele Nutzer ihr Android spät oder gar nicht. Wir legen deshalb bewusst fest, ab welcher Android-Version die App unterstützt wird – ein Kompromiss zwischen möglichst großer Reichweite und vertretbarem Aufwand.
  • Hersteller-Eigenheiten: Manche Hersteller gehen zum Beispiel bei Hintergrunddiensten und Akku-Verwaltung eigene Wege. Bei Apps, die zuverlässig im Hintergrund laufen sollen (Standort, Sync), muss man das kennen und einplanen.
  • Testen auf echten Geräten: Ein Emulator reicht nicht. Wir testen auf einer sinnvollen Auswahl realer Geräte, damit deine App nicht nur auf dem neuesten Pixel, sondern auch auf dem drei Jahre alten Samsung deiner Kunden läuft.

Die gute Nachricht: Das ist alles beherrschbar. Man muss es nur von Anfang an mitdenken, statt am Ende überrascht zu sein, wenn die App auf einem bestimmten Modell zickt.

Der Ablauf: Von der Idee in den Play Store

So läuft ein Android-Projekt bei uns typischerweise ab:

  1. Konzept & Erstgespräch. Wir hören uns dein Vorhaben an, klären die Kernfunktion, die Zielgeräte (öffentlicher Play Store oder interne Flotte?) und ob iOS später dazukommen soll. Danach bekommst du eine ehrliche Einschätzung zu Aufwand und Kosten.
  2. Design & Prototyp. Wir gestalten die Oberfläche passend zu Android – inklusive der Frage, wie sie sich über verschiedene Bildschirmgrößen verhält.
  3. Entwicklung. App und (falls nötig) Backend entstehen parallel. Du siehst früh lauffähige Versionen, statt monatelang im Dunkeln zu tappen.
  4. Test auf echten Geräten. Wir prüfen die App auf einer realistischen Geräteauswahl und über verschiedene Android-Versionen hinweg.
  5. Play-Store-Release. Wir richten das Google-Play-Entwicklerkonto ein, erstellen die Store-Präsenz (Beschreibung, Screenshots) und laden die App als App Bundle hoch. Google prüft die Veröffentlichung – dieser Review geht in der Regel zügiger als bei Apple. Bei internen Apps entfällt der Store: Dann verteilen wir per verwalteter Installation oder Datei direkt auf deine Geräte.
  6. Betreuung. Nach dem Livegang halten wir die App aktuell – neue Android-Versionen, neue Geräte, neue Anforderungen von Google.

Diesen ganzen Weg – Android, iOS oder beides, samt Backend aus einer Hand – beschreiben wir auch auf unserer Seite zur App-Entwicklung.

Fazit: Erst die Nutzung klären, dann die Technik

Eine Android-App entwickeln zu lassen ist selten teurer oder billiger als eine iOS-App – der Unterschied liegt woanders. Die entscheidende Frage ist, ob deine App auf fremde Kundengeräte zielt (dann plane meist beide Plattformen ein) oder auf deine eigenen Geräte, eine Flotte oder ein Terminal (dann ist reines Android oft goldrichtig). Rechnerisch startest du bei einer MVP-App ab 7.900 €, bei einer vollwertigen Business-App ab 14.900 €, mit günstigen Store-Kosten von einmalig 25 $ und Wartung ab 149 €/Monat.

Du hast eine Android-Idee – eine Kunden-App, ein Tool für deine Geräteflotte oder eine Kiosk-Anwendung – und willst wissen, was realistisch ist? Lass uns in einem kostenlosen Erstgespräch draufschauen. Wir hören uns dein Vorhaben an, sagen dir ehrlich, ob reines Android oder beide Plattformen sinnvoller sind, und schätzen den Aufwand unverbindlich ein. Du weißt danach, woran du bist.

Häufige Fragen

Was kostet es, eine Android-App entwickeln zu lassen?

Eine schlanke MVP-App mit einer Kernfunktion startet ab 7.900 €, eine vollwertige Business-App (meist gleich für Android und iOS) ab 14.900 €. Dazu kommen das Google-Play-Entwicklerkonto für einmalig 25 $ und laufende Wartung ab 149 €/Monat. Den Preis bestimmen vor allem Funktionsumfang, ein eventuell nötiges Backend und die Frage, ob iOS dazukommt.

Lohnt sich eine reine Android-App oder brauche ich auch iOS?

Frag dich, ob es eine Geräte-App oder eine Menschen-App ist. Läuft sie auf deinen eigenen Geräten – Firmenflotte, Handscanner, Kiosk-Terminal –, ist reines Android meist goldrichtig. Zielt sie auf die Smartphones deiner Kunden, plane beide Plattformen ein: In Deutschland stehen rund 60 % Android etwa 40 % iOS gegenüber.

Was kostet das Google-Play-Entwicklerkonto?

Das Entwicklerkonto bei Google kostet einmalig 25 $ – und nicht jährlich wie das Apple Developer Program mit rund 99 $ pro Jahr. Über die Lebensdauer einer App fallen die laufenden Store-Kosten bei reinem Android also spürbar niedriger aus.

Warum ist die Android-Gerätevielfalt ein Kostenfaktor?

Android läuft auf zehntausenden Gerätemodellen mit sehr unterschiedlichen Bildschirmen, Android-Versionen und Herstelleroberflächen – Fachleute nennen das Fragmentierung. Layout, Hintergrunddienste und Tests brauchen deshalb mehr Sorgfalt als bei iOS. Wir testen auf einer sinnvollen Auswahl echter Geräte, damit die App nicht nur auf dem neuesten Pixel läuft, sondern auch auf dem drei Jahre alten Samsung deiner Kunden.

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