Was kostet Laravel-Entwicklung? Ehrliche Preise und Rechenbeispiele

11 Min. Lesezeit

von Marcel, Senior-Softwareentwickler

„Was kostet das denn ungefähr?" ist die Frage, die in fast jedem Erstgespräch kommt – meist etwas zögerlich, weil viele damit rechnen, eine ausweichende Antwort zu bekommen. Verständlich: Im Netz findest du zu Laravel-Entwicklung entweder gar keine Preise oder Zahlen, die zwischen 5.000 € und einer halben Million liegen. Beides hilft dir nicht weiter. Deshalb hier die kurze Antwort vorweg, und danach die lange mit Rechenwegen: Laravel-Entwicklung kostet im deutschsprachigen Raum je nach Anbieter etwa 70 bis 150 € pro Stunde. Wir arbeiten mit 79 €/h. Ein klar umrissener Projekt-Start liegt bei uns ab 3.900 €, eine typische Fachanwendung landet zwischen 8.000 und 25.000 €, große Plattformen darüber. Was deinen Fall in dieser Spanne verortet, klären wir gleich Punkt für Punkt.

Unser Stundensatz – gleich, ob Neubau, Refactoring oder Notfall
79 €/h
Projekt-Start: Konzept plus erster produktiv nutzbarer Meilenstein
ab 3.900 €
Wartung nach dem Go-live, monatlich kündbar
ab 119 €/Monat

Der Stundensatz ist nur die halbe Wahrheit

Der erste Reflex bei Angeboten ist der Vergleich der Stundensätze. Der ist auch nicht falsch – aber er führt regelmäßig zu den teuersten Entscheidungen. Der Markt sortiert sich grob so:

AnbieterStundensatz (Richtwert)Was du dafür bekommst
Offshore-Teams (Asien, Osteuropa)20 – 45 €Günstige Kapazität, oft Zeitverschiebung, Englisch, hoher Steuerungsaufwand
Freelancer (DACH)70 – 110 €Direkter Draht, sehr unterschiedliche Qualität, Ausfallrisiko bei Krankheit
Kleine Agenturen / Softwareschmieden75 – 120 €Team-Absicherung, Entwickler statt Zwischenschicht
Große Digitalagenturen120 – 180 €Prozesse, Projektleitung, mehrere Ansprechpartner – und deren Overhead

Diese Spannen sind Erfahrungswerte aus Angeboten, die uns Kunden zum Vergleich vorlegen – keine offizielle Statistik. Wir selbst sitzen als Laravel-Agentur in der dritten Zeile: Softwareschmiede statt Einzelkämpfer, aber ohne die Zwischenschichten, die du bei den Großen mitbezahlst. Wichtiger ist ohnehin, was dahintersteckt: Ein Stundensatz sagt nichts darüber, wie viele Stunden am Ende auf der Rechnung stehen.

Ein einfaches Beispiel aus einem echten Vergleich, den wir begleitet haben: Anbieter A bot 45 €/h an und veranschlagte 400 Stunden – 18.000 €. Wir kalkulierten dasselbe Feature-Set mit 79 €/h auf 160 Stunden – 12.640 €. Der Unterschied lag nicht an Zauberei, sondern daran, dass wir das Datenmodell kannten, das die andere Seite erst durch drei Iterationen erarbeiten musste. Erfahrung kürzt Stunden. Und Stunden sind teurer als Stundensätze.

Dazu kommt der unsichtbare Anteil: Wie viel Zeit du investieren musst. Bei Offshore-Projekten sehen wir häufig, dass der Auftraggeber selbst zum Projektmanager wird – Spezifikationen präzisieren, Missverständnisse aufklären, Ergebnisse abnehmen, nachbessern lassen. Diese Stunden stehen auf keiner Rechnung, aber sie fehlen dir im Tagesgeschäft.

Was den Preis wirklich treibt

Wenn wir eine Anfrage schätzen, sind es fast immer dieselben sechs Faktoren, die den Ausschlag geben. Du kannst sie für dein Projekt selbst durchgehen – jede Zeile, bei der du „ja" sagst, verschiebt dich in der Spanne nach oben.

1. Umfang und Anzahl der Kernobjekte. Nicht die Zahl der Screens ist entscheidend, sondern wie viele fachliche Dinge deine Software verwalten muss. Kunden, Aufträge, Termine, Rechnungen, Fahrzeuge, Verträge – jedes davon braucht Datenmodell, Validierung, Oberfläche, Rechte und Tests. Als grobe Hausnummer: pro sauber ausgebautem Kernobjekt rechnen wir mit 8 bis 20 Stunden.

2. Schnittstellen zu Fremdsystemen. Der klassische Kostentreiber. Eine dokumentierte, moderne REST-API anzubinden ist überschaubar. Eine 15 Jahre alte Warenwirtschaft ohne Dokumentation, die CSV per FTP ausspuckt, ist es nicht. Wir kalkulieren Schnittstellen deshalb nie pauschal, sondern schauen uns vorher die Gegenseite an – wie das im Detail aussieht, haben wir im Beitrag über Schnittstellen zwischen Systemen beschrieben.

3. Rollen- und Rechtekonzept. „Alle sehen alles" ist billig. „Der Außendienst sieht nur seine Region, die Buchhaltung sieht Preise, aber keine Kundennotizen, der Geschäftsführer sieht alles, Kunden sehen ihr eigenes Portal" ist ein eigenes Teilprojekt – und muss an jeder einzelnen Stelle greifen und getestet werden.

4. Testabdeckung und Qualitätsanspruch. Automatisierte Tests kosten in der Erstellung real 15 bis 25 % mehr Zeit. Sie sind trotzdem der Punkt, an dem wir am wenigsten Kompromisse machen, denn sie sind die einzige Versicherung dagegen, dass Änderung Nummer 40 die Funktion Nummer 3 kaputt macht. Wer hier spart, zahlt in der Wartung drauf.

5. Migration von Altsystemen. Daten aus einem Altsystem oder aus gewachsenen Excel-Dateien zu übernehmen, ist selten „einmal importieren". Es ist bereinigen, Dubletten zusammenführen, Formatbrüche abfangen, Historien retten und das Ergebnis fachlich abnehmen lassen. Bei Ablösungen alter Systeme ist die Migration regelmäßig einer der größten Einzelposten – mehr dazu in unserem Artikel zur Ablösung von Legacy-Software.

6. Oberfläche und Bedienkomfort. Ein funktionierendes Standard-Backend ist günstig. Eine Oberfläche, die auch ein ungeschulter Mitarbeiter am ersten Tag versteht, kostet Design- und Feinschliff-Zeit. Beides kann richtig sein – aber es ist ein bewusster Unterschied von mehreren tausend Euro.

Top tip

Bitte bei jedem Angebot um eine Aufteilung in „Muss zum Start" und „Kann danach". Seriöse Anbieter können das aus dem Stand liefern. Diese eine Rückfrage ist der wirksamste Kostenhebel, den du hast: In unseren Projekten wandern regelmäßig 20 bis 30 % des ursprünglich gewünschten Umfangs in Phase 2 – und ein Teil davon wird nie gebraucht, weil sich nach ein paar Wochen echter Nutzung zeigt, dass das Problem ganz woanders lag.

Drei Rechenbeispiele aus der Praxis

Alle drei Beispiele sind anonymisiert und in Umfang und Größenordnung an reale Projekte angelehnt. Die Zahlen sind Spannen, keine Festpreise – aber sie zeigen dir realistisch, wo die Reise hingeht.

Beispiel 1: Kundenportal für einen Dienstleister

Ein Handwerksbetrieb mit rund 30 Mitarbeitern wollte seinen Kunden Aufträge, Termine und Dokumente online zugänglich machen – statt Telefon und E-Mail-Anhänge.

BausteinAufwandKosten
Konzept & Datenmodell15 h1.185 €
Login, Rollen (Kunde / Mitarbeiter)20 h1.580 €
Aufträge, Termine, Dokumentenablage45 h3.555 €
Benachrichtigungen per E-Mail10 h790 €
Oberfläche & Feinschliff25 h1.975 €
Tests, Deployment, Einweisung20 h1.580 €
Summe135 hrund 10.700 €

Gestartet ist das Projekt als Projekt-Start ab 3.900 € mit Konzept und einem ersten nutzbaren Stand. Erst danach fiel die Entscheidung über den Rest – ausgebaut in drei Etappen über vier Monate.

Beispiel 2: Interne Fachanwendung als Excel-Ablösung

Ein Mittelständler steuerte Projektplanung, Ressourcen und Abrechnung über eine gewachsene Excel-Landschaft mit fünf verknüpften Dateien. Klassisches Muster: Es funktioniert, bis zwei Leute gleichzeitig speichern.

BausteinAufwandKosten
Analyse bestehender Prozesse & Workshops25 h1.975 €
Datenmodell, Stammdaten, Import der Altdaten40 h3.160 €
Planung, Ressourcen, Auswertungen70 h5.530 €
Rechte & Mandantentrennung25 h1.975 €
Schnittstelle zur Buchhaltung30 h2.370 €
Tests, Schulung, Rollout30 h2.370 €
Summe220 hrund 17.400 €

Das ist die Größenordnung, in der die meisten unserer Laravel-Projekte landen. Wenn du mit einem ähnlichen Excel-Chaos kämpfst, findest du in unserem Beitrag Excel ablösen durch eigene Software die fachliche Vorüberlegung dazu.

Beispiel 3: API-Backend für App und Website

Ein Anbieter mit iOS-App und Website brauchte ein gemeinsames Backend, damit beide auf denselben Datenstand zugreifen – vorher gab es zwei getrennte Systeme mit nächtlichem Abgleich.

BausteinAufwandKosten
API-Design & Authentifizierung (Token)25 h1.975 €
Kern-Endpunkte inkl. Validierung50 h3.950 €
Hintergrundjobs & Queues (Redis)20 h1.580 €
Anbindung Zahlungsdienstleister20 h1.580 €
Admin-Oberfläche für die Redaktion30 h2.370 €
Automatisierte Tests & API-Doku25 h1.975 €
Summe170 hrund 13.400 €

Die API-Doku am Ende ist kein Luxus, sondern der Grund, warum das Projekt heute von zwei verschiedenen Frontend-Teams genutzt werden kann, ohne dass jemand nachfragen muss.

Die laufenden Kosten nach dem Go-live

Software ist kein Möbelstück – sie ist ein lebendes System in einer sich verändernden Umgebung. Diese Posten gehören ehrlicherweise in jede Kalkulation:

  • Wartung ab 119 €/Monat. Darin stecken Sicherheits- und Framework-Updates, Monitoring, Backups im Blick behalten und kleine Anpassungen. Monatlich kündbar, mit festem Ansprechpartner. Warum das kein optionaler Luxus ist, haben wir in Software-Wartung: warum sie so wichtig ist ausführlich begründet.
  • Hosting. Für eine interne Fachanwendung mit 20 bis 50 Nutzern reicht ein solider Server in aller Regel im niedrigen zweistelligen Monatsbereich. Kommen Redis, ein separater Datenbankserver, Staging-Umgebung und tägliche Backups dazu, landest du eher im mittleren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich pro Monat. Das ist Größenordnung, kein Angebot – wir richten das Hosting am tatsächlichen Bedarf aus, nicht am Maximum.
  • Weiterentwicklung. Der Posten, den fast alle unterschätzen – und der eigentlich ein gutes Zeichen ist. Wenn eine Anwendung genutzt wird, entstehen Ideen. Plane für das erste Jahr nach dem Start realistisch 10 bis 20 % der Projektsumme für Ausbau ein, abgerechnet zu 79 €/h.
  • Domains, Zertifikate, Dienste. SSL ist heute kostenlos, aber E-Mail-Versand, SMS, Kartendienste oder Zahlungsanbieter kosten nutzungsabhängig. Meist zweistellig im Monat – aber es gehört auf die Liste, bevor es überrascht.

Warum billig oft doppelt kostet

Der teuerste Satz in unserer Branche lautet: „Wir haben das schon mal machen lassen, aber es ist nichts geworden." Wir übernehmen regelmäßig solche Projekte, und das Muster ist erstaunlich gleichförmig.

Ein Angebot war deutlich günstiger als die anderen. Es kam auch etwas heraus, das auf den ersten Blick funktionierte. Dann kam die erste Änderung – und dauerte unerwartet lange. Dann fiel auf, dass es keine Tests gibt, keine Dokumentation, dass Geschäftslogik im Frontend liegt und die Datenbank keine sauberen Beziehungen hat. Ab da wird jede Änderung teurer als die davor, weil niemand mehr sicher sagen kann, was sie sonst noch kaputt macht.

Der Punkt ist nicht, dass günstige Anbieter schlecht arbeiten. Der Punkt ist: Bei knapper Kalkulation wird zuerst an den unsichtbaren Dingen gespart – Datenmodell, Tests, Struktur, Dokumentation. Genau die entscheiden aber über die Kosten der nächsten drei Jahre. In der Praxis erleben wir dann Rework-Aufwände von 40 bis 60 % der ursprünglichen Projektsumme, nur um wieder auf ein änderbares Fundament zu kommen.

Und ehrlich: Manchmal raten wir vom Weiterbauen ab und empfehlen den Neuaufbau, weil das schlicht günstiger ist. Wenn du dich in dieser Situation wiederfindest, ist unser Beitrag zum Wechsel der Laravel-Agentur der passende nächste Schritt.

Wie du zu einer belastbaren Zahl für dein Projekt kommst

Pauschalpreise für Individualsoftware sind entweder Glückssache oder mit ordentlich Risikoaufschlag kalkuliert. Wir gehen deshalb anders vor – und du kannst das von jedem Anbieter erwarten:

  1. Kostenloses Erstgespräch. 30 bis 45 Minuten, in denen wir verstehen, was du eigentlich lösen willst. Häufig ist das etwas anderes als das, was in der Anfrage stand.
  2. Grobe Einordnung sofort. Nach dem Gespräch bekommst du eine Spanne und die Faktoren, die sie beeinflussen – kein Angebot, aber eine Zahl, mit der du planen kannst.
  3. Konzeptphase als Projekt-Start ab 3.900 €. Datenmodell, Umfang, technische Entscheidungen, erster nutzbarer Meilenstein. Danach ist die Schätzung belastbar, weil wir wissen, wovon wir reden.
  4. Abrechnung nach Aufwand zu 79 €/h, monatlich und nachvollziehbar. Du siehst, was gemacht wurde, und kannst jederzeit priorisieren oder stoppen.

Wenn du dir vorab selbst ein Bild machen willst, hilft unser Preis-Konfigurator: Du klickst dir dein Vorhaben zusammen und bekommst sofort eine Größenordnung – ohne Kontaktformular und ohne dass jemand hinterhertelefoniert. Wie wir danach konkret arbeiten, steht offen in unserem Prozess, und was wir als Laravel Agentur im Detail abdecken, findest du auf der Leistungsseite. Warum wir für all das auf Laravel setzen statt auf ein Baukastensystem, erklären wir in Warum wir auf Laravel setzen; die allgemeine Kostenlogik jenseits des Frameworks steht in Was kostet individuelle Software?.

Fazit: Preise sind planbar, wenn man sie offen ausspricht

Laravel-Entwicklung ist kein Blindflug. Der Stundensatz ist schnell verglichen, entscheidend sind aber Umfang, Schnittstellen, Migration und Qualitätsanspruch – und die kannst du gemeinsam mit einem Anbieter steuern, wenn er dir ehrlich sagt, was was kostet. Ein Projekt-Start ab 3.900 €, typische Fachanwendungen zwischen 8.000 und 25.000 € und Wartung ab 119 €/Monat: Das ist der Rahmen, in dem sich die allermeisten unserer Projekte bewegen.

Du hast eine Idee im Kopf und willst wissen, ob sie eher bei 8.000 oder bei 30.000 € landet? Schreib uns – wir schauen im kostenlosen Erstgespräch gemeinsam drauf und du bekommst eine ehrliche Spanne mit Begründung, statt einer Hausnummer. Kein Verkaufsdruck, keine Folgetermine, die du nicht willst. Und wenn wir der Meinung sind, dass eine Standardlösung für dich günstiger wäre, sagen wir dir das auch.

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