Recht auf Reparatur & EmpCo: Reklamationen und Reparierbarkeit

Überblick

Was die beiden Module abdecken, welche Pflichten dahinterstehen und wie diese Dokumentation aufgebaut ist.

Willkommen! Recht auf Reparatur & EmpCo: Reklamationen und Reparierbarkeit hilft dir, zwei neue EU-Verbraucherschutz-Pflichten in deinem Shopware-Shop zu erfüllen: den geführten Reklamations-Ablauf nach der Richtlinie zum Recht auf Reparatur und die Reparatur-Infos auf deiner Produktseite (EmpCo).

Diese Anleitung ist für alle geschrieben: Shop-Betreiber, Support-Teams, Agenturen. Technische Vorkenntnisse brauchst du nicht. Jeder Abschnitt erklärt Schritt für Schritt, was du erreichen willst – und wie es geht.

Kein Rechtsrat. Dieses Plugin und diese Doku ersetzen keine Rechtsberatung. Alle mitgelieferten Texte sind Muster, und die nationale Umsetzung der EU-Richtlinien kann abweichen. Lass deine konkrete Konfiguration und alle veröffentlichten Texte vor dem Echtbetrieb anwaltlich prüfen. Mehr dazu unter Rechtlicher Hintergrund.

Worum es geht

Auf dich als Händler kommen zwei voneinander unabhängige Pflichtenkreise zu:

  • Recht auf Reparatur – Richtlinie (EU) 2024/1799. Bei einer Reklamation weist du deine Kundschaft auf ihr Wahlrecht zwischen Reparatur und Ersatz hin, hältst Fristen ein und verlängerst die Gewährleistung nach einer Reparatur. Standard-Stichtag im Plugin: 31. Juli 2026.
  • Vorvertragliche Verbraucherinfos (EmpCo) – Richtlinie (EU) 2024/825. Auf der Produktseite werden bestimmte Angaben sichtbar, etwa zur Reparierbarkeit, zur Gewährleistung und zu Ersatzteilen. Standard-Stichtag im Plugin: 27. September 2026.

Beide Stichtage sind Voreinstellungen. Du passt sie je Verkaufskanal an, sobald die nationale Umsetzung in deinem Zielmarkt feststeht.

Was das Plugin für dich macht

  • Reklamationen führen: Ein eigener Arbeitsbereich bringt jede Reklamation über vier Status ans Ziel – gemeldet → Hinweis erteilt → Nacherfüllung gewählt → abgeschlossen. Als Liste oder als Kanban-Board.
  • Fristen automatisch rechnen: Nach einer Reparatur verlängert das Plugin die Gewährleistung einmalig um 12 Monate – von allein, sobald du den Schritt auslöst. Länderabweichungen berücksichtigt es dabei.
  • Kundschaft informieren: Auf Wunsch verschickt das Plugin bei jedem Workflow-Schritt eine passende E-Mail. Im Kundenkonto sieht deine Kundschaft den Stand ihrer Reklamationen – und wählt die Nacherfüllung dort sogar selbst.
  • Nachweise erzeugen: Jeder Schritt bekommt einen Zeitstempel, jede Änderung einen Protokolleintrag. Für die Ablage exportierst du alles als CSV.
  • Produktseiten füllen: Ein Info-Block „Reparatur & Gewährleistung" zeigt Reparierbarkeitswert, Ersatzteil-Infos, Herstellergarantie und den Link zur Reparaturseite des Herstellers – aber nur bei Produkten, für die du Daten gepflegt hast.
Die Übersichtsseite von Recht auf Reparatur & EmpCo in der Shopware-Administration mit der Checkliste „Erste Schritte“, der Status-Karte und den Import-Karten.
Dein Arbeitsbereich in der Administration (Bestellungen → Reklamationen): Checkliste, Status und Kennzahlen auf einen Blick.

Was das Plugin bewusst NICHT macht

  • Es bearbeitet deine Reklamationen nicht. Reparatur, Ersatz und Kommunikation bleiben dein Job – das Plugin dokumentiert den Vorgang.
  • Es prüft deine Produktdaten nicht. Es zeigt an, was du hinterlegst. Für die Richtigkeit der Reparierbarkeitswerte bist du verantwortlich.
  • Es ersetzt keine Rechtsberatung. Das Feld „Pflichten anwendbar" ist eine Vorbelegung aus dem Bestelldatum, keine juristische Prüfung.

Wo du das Plugin im Adminbereich findest

Nach der Aktivierung findest du den Arbeitsbereich unter Bestellungen → Reklamationen. Einen zusätzlichen Eintrag im Hauptmenü gibt es bewusst nicht. Darunter liegen vier Seiten: Übersicht (Checkliste und Kennzahlen), Reklamationen (Liste und Board), Daten & Import und Einstellungen.

Das Verhalten des Plugins stellst du unter Erweiterungen → Meine Erweiterungen → Recht auf Reparatur & EmpCo → Konfiguration ein – je Verkaufskanal.

Im Auslieferungszustand ist das Plugin in jedem Verkaufskanal ausgeschaltet. Du entscheidest, wann es scharf geht – bis dahin ändert sich in deinem Shop nichts.

So gehst du am besten vor

  1. Erste Schritte – installieren, aktivieren und der Checkliste folgen.
  2. Konfiguration – Stichtage, Module und Gewährleistungsdauern einstellen.
  3. Reklamationen bearbeiten – eine Reklamation von der Meldung bis zum Abschluss führen.
  4. Kanban-Board – viele Vorgänge parallel im Blick behalten.
  5. Benachrichtigungen & Protokoll – E-Mails, Erinnerungen, Flow Builder und Aktivitätsprotokoll.
  6. Kundenkonto & Storefront – was deine Kundschaft sieht und selbst erledigen kann.
  7. Produktseite (EmpCo) – den Info-Block einrichten und Produktdaten pflegen.
  8. Import & Export – viele Daten auf einmal per CSV.
  9. Benutzerrechte – wer im Team was darf.
  10. Rechtlicher Hintergrund – welche Vorgaben dahinterstehen und was deine Aufgabe bleibt.
  11. FAQ – kurze Antworten, Begriffe und Lösungen für typische Stolpersteine.

Los geht's mit den ersten Schritten.

War diese Seite hilfreich?