Recht auf Reparatur & EmpCo: Reklamationen und Reparierbarkeit
FAQ
Häufige Fragen zu Stichtagen, E-Mails, Import, Gewährleistungsverlängerung und Deinstallation.
Hier findest du kurze Antworten auf die häufigsten Fragen, die wichtigsten Begriffe – und Lösungen für die typischen Stolpersteine im Betrieb.
Kein Rechtsrat. Dieses Plugin und diese Doku ersetzen keine Rechtsberatung. Alle mitgelieferten Texte sind Muster, und die nationale Umsetzung der EU-Richtlinien kann abweichen. Mehr dazu unter Rechtlicher Hintergrund.
Häufige Fragen
Ab wann gelten die Pflichten?
Die Nacherfüllungs-Pflichten (Recht auf Reparatur) gelten für Verträge ab dem konfigurierten Stichtag – Standard 31.07.2026. Die Produktseiten-Pflichten (EmpCo) ab dem EmpCo-Stichtag – Standard 27.09.2026. Beide Daten passt du je Verkaufskanal an. Die nationale Umsetzung kann abweichen; prüf die für deinen Markt geltenden Termine.
Muss ich nach der Installation sofort etwas tun?
Nein. Im Auslieferungszustand ist das Plugin pro Verkaufskanal ausgeschaltet. Du entscheidest, wann es scharf geht. Die Checkliste „Erste Schritte" auf der Übersichtsseite führt dich durch die Einrichtung – siehe Erste Schritte.
Werden automatisch E-Mails an Kunden verschickt?
Nur unter zwei Bedingungen: „Benachrichtigungs-E-Mails versenden" muss aktiviert sein, und du musst den jeweiligen Workflow-Schritt selbst auslösen. Ohne dein Zutun verschickt das Plugin nichts. Schaltest du den Versand aus, wird der Compliance-Zeitstempel trotzdem gesetzt.
Wie passe ich die Texte für meine Kundschaft an?
Alle Storefront-Texte sind Muster und in der Snippet-Verwaltung (Textbausteine) editierbar – Badge-Text, Produktseiten-Hinweis, Konto-Hinweis und die Statusbezeichnungen. Die E-Mails bearbeitest du in der E-Mail-Vorlagen-Verwaltung. Technische Eingriffe sind nirgends nötig. Die vollständige Liste der Snippet-Keys steht in der Konfiguration.
Kann ich Reklamationen aus einem anderen System übernehmen?
Ja, per CSV-Import. Lade zuerst die Vorlage herunter, damit Spaltenreihenfolge und Format stimmen. Bereits vorhandene Reklamationen zur selben Bestellposition werden aktualisiert statt doppelt angelegt. Nutz den Testlauf, um die Datei ohne Speichern zu prüfen – siehe Import & Export.
Lassen sich die Pflichten pro Verkaufskanal einstellen?
Ja. Die meisten Einstellungen sind kanalspezifisch: Stichtage, Basis-Gewährleistung, Module, Produktseiten-Blöcke und die Kundenkonto-Optik. Bewusst global gepflegt wird die länderspezifische Gewährleistungsdauer – die ist eine rechtliche, keine kanalbezogene Größe.
Wie wird die Gewährleistung nach einer Reparatur verlängert?
Bei „Als repariert markieren" bzw. beim Abschluss verlängert das Plugin die Gewährleistung einmalig um zwölf Monate – aber nur, wenn die gewählte Nacherfüllung Reparatur war, die Reklamation anspruchsberechtigt ist und noch keine Verlängerung angewendet wurde. Bei einer Ersatzlieferung passiert nichts. Grundlage ist die Basis-Gewährleistungsdauer des Kanals bzw. des Landes.
Sollte ich das Anhang-II-Badge einschalten?
Es ist ab Werk aus – mit Absicht. Es weist auf eine mögliche Hersteller-Reparaturpflicht hin, und Werbung mit gesetzlichen Selbstverständlichkeiten kann abmahnbar sein. Schalte es nur nach Rücksprache mit deiner Rechtsberatung ein.
Was ist die Kaskadenhaftung und betrifft sie mich?
Sitzt der Hersteller außerhalb der EU und gibt es weder einen EU-Bevollmächtigten noch einen Importeur in der EU, kann die Hersteller-Reparaturpflicht auf dich als Händler kaskadieren. Das Plugin bietet dafür kein Prüfwerkzeug – die Prüfung deiner Lieferketten bleibt deine Aufgabe. Siehe Rechtlicher Hintergrund.
Was passiert bei der Deinstallation mit meinen Daten?
Shopware fragt dich, ob deine Daten erhalten bleiben sollen. Wählst du „Daten entfernen", wird vollständig aufgeräumt: erfasste Reklamationen, Einstellungen und die vom Plugin angelegten Produkt-Zusatzangaben verschwinden. Deine Bestellungen, Kundschaft und Produkte bleiben in jedem Fall unberührt, und bestehende Erlebniswelten funktionieren weiter. Willst du die Dokumentation behalten, exportiere vorher die CSVs.
Wenn etwas nicht funktioniert
Ich sehe das Modul im Admin nicht
Das Modul liegt nicht im Hauptmenü, sondern unter Bestellungen. Prüf der Reihe nach:
Schritt 1: Ist das Plugin unter Erweiterungen → Meine Erweiterungen installiert und aktiviert?
Schritt 2: Hat deine Rolle mindestens die Berechtigung Ansehen der Gruppe „Reparatur-Compliance"? Siehe Benutzerrechte.
Schritt 3: Leere den Cache und lade den Browser-Tab neu.
Schritt 4: Melde dich einmal neu an – nach Rechte-Änderungen nötig.
Die Workflow-Schaltflächen sind ausgegraut
Die Workflow-Schritte brauchen die Berechtigung Bearbeiten. Fehlt sie, sind sie nur einsehbar, und es erscheint der Hinweis „Ihnen fehlt die Berechtigung ‚Bearbeiten'". Ergänze die Stufe in der Rolle und leere den Cache.
Der CSV-Import schlägt fehl
Beide Importe erwarten UTF-8, Semikolon-Trennung und eine exakte Kopfzeile. Lade immer zuerst die Vorlage herunter – sie liefert genau die erwartete Spaltenreihenfolge.
| Meldung / Fehlertyp | Bedeutung | Lösung |
|---|---|---|
| „Invalid CSV header" | Kopfzeile stimmt nicht | Vorlage neu laden, Daten übertragen; Trennzeichen prüfen (Semikolon, nicht Komma) |
unknown product number | Artikelnummer existiert nicht | Artikelnummer korrigieren oder Produkt anlegen |
order_not_found | Bestellnummer existiert nicht | Bestellnummer prüfen |
line_item_not_found | Position nicht auflösbar | productNumber, Positionsbezeichnung oder positionIndex ergänzen |
ambiguous_position | Position mehrdeutig | positionIndex (ab 1) setzen |
invalid_status / invalid_remedy | Ungültiger Wert | Erlaubte Werte verwenden (reported/info_provided/remedy_chosen/completed bzw. repair/replacement) |
invalid_date | Datumsformat falsch | JJJJ-MM-TT HH:MM:SS bzw. JJJJ-MM-TT |
invalid annex2Group | Unbekannte Anhang-II-Gruppe | Zulässigen Gruppenwert verwenden |
Ein UTF-8-BOM am Dateianfang wird automatisch entfernt – ein anderer Zeichensatz (etwa aus Excel exportiert) kann die Kopfzeile trotzdem verfälschen. Speichere als „CSV UTF-8". Und nutz vorab den Testlauf.
E-Mails kommen bei Kunden nicht an
Schritt 1: Ist „Benachrichtigungs-E-Mails versenden" für den betreffenden Verkaufskanal eingeschaltet?
Schritt 2: Hast du den Schritt tatsächlich ausgelöst? E-Mails gehen nur bei den Workflow-Schritten raus. Im Board nur, wenn du sie beim Verschieben aktiv anforderst.
Schritt 3: Funktioniert der E-Mail-Versand deines Shops? Prüf Einstellungen → Grundeinstellungen → E-Mail mit einer Testmail. Schlägt der Versand fehl, wird der Zeitstempel trotzdem gesetzt – auf der Detailseite steht dann ein entsprechender Hinweis.
Schritt 4: Existiert die E-Mail-Vorlage noch? Wurde sie versehentlich gelöscht, kann nichts versendet werden.
Das Reklamations-Board ist leer
Schritt 1: Klick auf Filter zurücksetzen – die Filterleiste schränkt die Anzeige serverseitig ein.
Schritt 2: Gibt es überhaupt Reklamationen? Ist noch keine angelegt, ist das Board leer.
Schritt 3: Schaust du in der richtigen Status-Spalte? Eine gerade abgeschlossene Reklamation steht in „Abgeschlossen", nicht mehr in „Gemeldet".
Die EmpCo-Infos fehlen auf der Produktseite
Der Block erscheint nur, wenn alle fünf Punkte erfüllt sind. Prüf sie der Reihe nach:
- Plugin für den Verkaufskanal aktiviert.
- Bereich Produktseiten-Infos aktiv eingeschaltet.
- Schalter Reparierbarkeits-Block auf der Produktseite anzeigen an.
- EmpCo-Stichtag erreicht – liegt er in der Zukunft, bleibt der Block aus. Zum Testen kannst du ein früheres Datum setzen.
- Produktdaten gepflegt – mindestens eines der Felder muss gefüllt sein.
Fehlt nur eine einzelne Angabe, der Block erscheint aber? Dann ist in der Karte Produktseiten-Blöcke der zugehörige Schalter aus oder das Produktfeld leer.
Die Badge-Farbe stimmt nicht oder fehlt
Schritt 1: Cache geleert und die Produktseite neu geladen?
Schritt 2: Ist die Badge-Farbe ein gültiger Hex-Wert (z. B. #189eff)?
Ungültige Werte fallen auf die Standardfarbe zurück.
Schritt 3: Ist das Badge überhaupt aktiv? Es ist ab Werk aus und erscheint nur, wenn am Produkt eine Anhang-II-Produktgruppe gepflegt ist, der Schalter an ist und der Produktseiten-Block angezeigt wird.
Die Erinnerung an offene Reklamationen läuft nicht
Schritt 1: Der Wert „Erinnerung an offene Reklamationen (Tage)" darf nicht
auf 0 stehen – das schaltet die Erinnerung aus.
Schritt 2: Laufen die geplanten Aufgaben von Shopware? Prüf Einstellungen → System → Aufgaben.
Die wichtigsten Begriffe
Anhang II (Annex II) – Liste von Produktgruppen in der Richtlinie (EU) 2024/1799, für die besondere Reparaturpflichten gelten können. Du pflegst die Gruppe am Produkt; sie steuert das optionale Badge.
Anspruchsberechtigt / „Pflichten anwendbar" – Kennzeichnung, ob für eine Reklamation die gesetzlichen Nacherfüllungs-Pflichten gelten. Sie wird beim Anlegen aus Bestelldatum und Stichtag abgeleitet – eine Vorbelegung, keine Rechtsprüfung.
EmpCo – Kurzform für die Richtlinie (EU) 2024/825 zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel. Verlangt klarere vorvertragliche Informationen, u. a. zur Reparierbarkeit.
Freiwillig – Kennzeichnung für Reklamationen zu Bestellungen vor dem Stichtag. Die Pflichten gelten dann nicht; alle Schritte sind trotzdem möglich.
Garantie – Eine freiwillige Zusage, meist des Herstellers, über die gesetzliche Gewährleistung hinaus. Abzugrenzen von der Gewährleistung.
Gewährleistung – Die gesetzliche Mängelhaftung des Verkäufers. Nach einer Reparatur einmalig um zwölf Monate verlängert.
Kaskadenhaftung – Situation, in der eine Hersteller-Reparaturpflicht auf den Händler übergehen kann, wenn der Hersteller außerhalb der EU sitzt und weder EU-Bevollmächtigter noch Importeur vorhanden sind.
Nacherfüllung – Anspruch auf Reparatur oder Ersatz bei einem Mangel. Nur bei „Reparatur" greift die +12-Monats-Verlängerung.
Reparierbarkeitswert – Kennzahl, wie gut ein Produkt reparierbar ist – üblicherweise bezogen auf eine Skala, z. B. „7 von 10".
Stichtag – Das Bestelldatum, ab dem die jeweiligen Pflichten gelten. Zwei Stichtage: Nacherfüllung (Standard 31.07.2026) und EmpCo (Standard 27.09.2026).
Testlauf (dry run) – Modus beim Import, in dem die Datei nur geprüft, aber nichts gespeichert wird.
Upsert – Beim Reklamations-Import wird ein vorhandener Vorgang zur selben Bestellposition aktualisiert, ein neuer angelegt. Dadurch ist der Import wiederholbar.
Zeitstempel-Nachweis – Die automatisch gesetzten Datumswerte (z. B. „Hinweis erteilt am") dokumentieren, wann ein Schritt erfolgte.
Du kommst nicht weiter? Wir helfen gern. Über unsere Kontaktseite erreichst du uns direkt – wir haben das Plugin schließlich selbst gebaut.